Die Heilige Schrift

kann dich unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus

Jesaja weissagt von Christus

Jesaja gehört zu den vier “großen Propheten“, weil sein Buch sehr umfangreich ist (66 Kapitel). Er wirkte ungefähr um 700 vor Christus.

In der Erkenntnis seiner Sünde und seiner Unwürdigkeit scheute er sich, als Gott der HERR sich ihm in einem Gesicht (d.h. göttliche Vision) offenbarte und sprach: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den HERRn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen“ Jes. 6,5. Doch ein Seraphim [d.i. ein gewaltiger Engelfürst] reinigte mit einer glühenden Kohle vom Altar durch Berührung die Lippen Jesajas (Jes. 6,6.7). Nun war Jesaja bereit, sich vom HERRn senden zu lassen.

Was wir im Buch Jesajas lesen ist durch und durch Gottes eigenes Wort.

Vom Buch des Propheten Jesaja, wie auch von allen anderen Schriften des Alten Testamentes gilt: „Die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geist.“ (2.Petrus 1,21)

Was die biblischen Bücher betrifft, so ist „alle Schrift, von Gott eingegeben“ (2.Tim. 3,16)

So lehrt auch der Apostel: „Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehrt, und richten geistliche Sachen geistlich.“ (1.Korinther 2,13)

Jesaja weissagt von der Geburt und Abstammung des kommenden Messias.

„Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel“ (Gott ist mit uns) Jes. 7,14.

„Und es wird eine Rute (neuer Zweig, ein Sproß) aufgehen von dem Stamme Isais, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen“ Jes. 11,1. Isai war der Vater Davids, 1000 Jahre vor Christus. Aus dem Stamm Davids sollte der Erlöser geboren werden. Später schreibt der Apostel Paulus, dass Christus seiner menschlichen Natur nach von da stammt: „… die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit! Amen. (Röm. 9,5).

Im Neuen Testament wird die Erfüllung bestätigt, indem der Evangelist Matthäus schreibt: „Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem Heiligen Geist… Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllt würde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emanuel heißen, das ist verdolmetscht, Gott mit uns Matth. 1,20.22.23.

Deswegen singt die Christenheit im Weihnachtslied: Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, von Jesse (Isai) kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht.

Der verheißene Heiland ist GOTT, denn die göttlichen Ehrennamen bestätigen dies: Immanuel, d.h. ‚Gott ist mit uns‘, Wunderbar, Rat, Kraft, Held, Ewig-Vater, Friedefürst (Jes. 9,6), aber auch ‚König, der Gerechtigkeit anrichtet‘ (Jes. 32,1); ‚Arm des HERRn‘ (Jes. 53,1); ‚gesalbter Prediger‘ (Jes. 61,1); ‚ein Meister zu helfen‘ (Jes. 63,1).

Manchem werden dabei Liedverse in Erinnerung kommen, in denen diese Ehrennamen aufgegriffen sind, z.B. „Ach Gott, gib du uns deine Gnad, dass wir all Sünd und Missetat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der zu helfen ein Meister ist, wie er sich selbst tut nennen“

„Herr, der du Mensch geboren bist, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an“ und ‚Du Friedefürst, Herr Jesu Christ‘.

So hatte auch der HERR Christus selbst die Weissagungen des Propheten bestätigt, wofür folgende Worte als Beispiel dienen sollen: „Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des HERRN ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, dass sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des HERRN. Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren Luk. 17-21 (vgl. mit Jes. 61,1ff.)

 

So werden im Buch des Propheten Jesaja auch göttliche Eigenschaften genannt.

Er ist das wahre Licht (Jes. 9,1; 42,6). Er ist die Weisheit und Erkenntnis (Jes. 11,2.3). Er richtet mit Gerechtigkeit (Jes. 11,4 – nämlich göttlicher Gerechtigkeit, die den Sünder begnadet). Er erbarmt sich (Jes. 53,4; 49,10), indem er, der Sündlose (Jes. 53,9), sein Leben zum Schuldopfer für die Sünder gibt (Jes. 53,10).

 

So ließ Gott der HERR durch Jesaja auch von Christi Wirken weissagen

Wir erfahren sogar, daß Christus sein Lehramt zu unserem und aller Sünder Heil im ‚Galiläa der Heiden‘ antrat, um denen, die in „Finsternis und Schatten des Todes sitzen“ (Matth. 4,16), zu zeigen, dass er es mit ihnen herzlich gut meint: „Das Volk, so im Finstern wandelt, siehet ein großes Licht, und über die da wohnen im finstern Lande, scheinet es helle“ Jes. 9,2. Die in Schuld vor Gott Verstrickten, die Gebundenen und Niedergeschlagenen haben in Christus die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden (Eph. 1,7). Der Evangelist Matthäus schreibt:

Da nun Jesus hörete, daß Johannes überantwortet war, zog er in das galiläische Land. und verließ die Stadt Nazareth, kam und wohnete zu Kapernaum, die da liegt am Meer, an den Grenzen Zabulons und Nephthalims, auf daß erfüllet würde, was da gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: Das Land Zabulon und das Land Nephtalim am Wege des Meers, jenseit des Jordans, und das heidnische Galiläa, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen am Ort und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen. Von der Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeikommen!“ (Matthäus 4,12-17).

Der wohl herrlichste und tröstlichste Abschnitt, der Mittelpunkt in der alten hebräischen Bibel Alten Testamentes, ist Jesaja 52,13 – 53,12 wo uns vom stellvertretenden Leiden und Sterben des ‚Knechtes Gottes‘ gepredigt wird.

„Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.“ (Jes. 53,3-7).

Darum wird der Heiland aller Sünder bis heute verachtet, sein Wort verspottet, sein Leiden verhöhnt. Aber er ist der „köstliche Eckstein“ (Jes. 28,16 vgl. mit 1.Petr. 2,6); wer an ihn glaubt, wird vor dem lebendigen Gott nicht fliehen müssen und wird nicht zu Schanden.

So weissagt Jesaja vom „neuen Bund“ Gottes, vom „Bund des Friedens“ in Jesus Christus: „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügeln hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer“ (Jes. 54,10). Es ist der Friede Gottes für Herz und Gewissen, in dessen Genuss wir Sünder durch den Glauben an den Heiland gelangen. Von diesem Frieden schreibt der Apostel Paulus: „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsern HERRn Jesum Christum“ Röm. 5,1.

Über diese herrliche Güte und Barmherzigkeit loben die heiligen Engel im Himmel den lebendigen Gott; und alle Kinder Gottes stimmen in ihren Jubel ein: Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll.“ (Jes. 6,3).

Pfarrer Martin Blechschmidt, Runkel-Steeden

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